Nach Beendigung des Krieges sah es bitter um den Verein aus. Viele ältere und jüngere Sportkameraden kehrten nicht wieder in ihre Dottendorfer Heimat zurück. Die Sportanlage im Wiesengrund war restlos verwüstet und die Besatzungssoldaten hatten mit ihren Fahrzeugen das Spielfeld vollständig zerwühlt.

Lang hielt die Niedergeschlagenheit nicht an, schon im Herbst 1945 konnte die erste Nachkriegs-Jahreshauptversammlung im Vereinslokal Schmitz abgehalten werden, zu der 50 Mitglieder erschienen. In den Vorstand wurden gewählt, Jacob Hahn (Vorsitzender), Johann Krupp (2. Vorsitzender), Johann Bors (Geschäftsführer), Johann Krämer und Christ. Schütte (Kassierer), Hans Münch (Spielobmann). Noch heute muß man mit Hochachtung über diese Männer sprechen, die mit Elan und Idealismus die schwierigen Aufgaben gemeistert haben. Der Sportplatz wurde zum 2. Mal in eigener Regie kurzfristig instandgesetzt, es wurde Holz für die Tore und für die Umzäumung und Ballmaterial einschließlich Sportbekleidung für die Mannschaften organisiert. Und all dies zu einer Zeit, wo kaum ein Nagel zu haben war. Wie schon 1918, löste man auch 1945 die „Beschaffung” der Textilien für die Sportbekleidung auf elegante Art. Nur mußten diesmal Fahnentücher aus einer Fahnenfabrik herhalten.

Im Frühjahr 1946 konnte dann endlich wieder um Punkte gekämpft werden. Da noch keine Bezirksklasse bestand, entschloß sich der Verein, seine Mannschaft in der 1. Kreisklasse spielen zu lassen. Was kaum zu erwarten war, die neuformierte Mannschaft fasste sehr schnell Tritt, in einem Freundschaftsspiel wurde sogar der der Verbandsliga angehörende FV Godesberg mit 2:1 Toren besiegt. Die Mannschaft spielte an diesem Abend in folgender Aufstellung: Matthias Schlebusch (der im Tor eine Glanzpartie lieferte), Engelbert Sülzen, Hans Sädler, Paul Wiesel, Albert Weingartz, Fritz Kläser, Peter Grahn, Fred Schiffer, Karl Herkenrath, Ernst Gompes, Hans Münch. Aus einer sehr guten Mannschaft stach besonders Matthias Schlebusch durch seine Glanzparaden im Tor hervor. Dies hatte unter anderem zur Folge, daß sich „Tura Bonn 04″ unseren Torhüter holte.

Auf Antrag bei WFV spielte man 1946/47 wieder, wie vor dem Krieg, in der Bezirksklasse. Die Zugehörigkeit in der Bezirksklasse wurde finanziell, bedingt durch weite Reisen, zu einer großen Belastung für den Verein. Auch sportlich wollte es nicht so recht klappen. Im Jahre 1947 konnte man dem Abstieg mit Mühe und Not entkommen. Im Jahre 1948 stand man mit dem Namensvetter FC Hertha Rheidt punktgleich am Tabellenende, so daß ein Entscheidungsspiel nötig war. Um dem drohenden Abstieg zu entkommen, entschloß man sich, mit dem bereits als Absteiger feststehenden „BBC Kessenich”, eine Fusion unter dem Namen „BBC Hertha Bonn” einzugehen. Zum fälligen Entscheidungsspiel konnte folgede verstärkte Mannschaft auflaufen: Theo Becker, Walbröl, Hans Sädler, Anton Dressler, Theo Becker jun., Hans Münch, Hubert Bors. Die „Rheidter” wurden mit sage und schreibe 7:1 Toren besiegt. Die aus der Not heraus entstandene Fusion mit den Kessenichern war nicht von langer Dauer. 1949 ging man wieder getrennte Wege und führte fortan den alten Vereinsnamen.

In den Wirren der Nachkriegszeit, sowie der politische Situation im geteilten Deutschland geschuldet, verschlug es durch einen glücklichen Zufall mit Günter Dietze, Lothar Schöninger und Conny Wagner drei fußballbegeisterte „Sachsen” nach Dottendorf. Sie wurden zu einer echten Verstärkungfür die Hertha. Leider zog es 1951 den brillantesten unter ihnen, Conny Wagner, wieder in die alte Heimat zurück. Hier schaffte er, für seinen früheren Verein „Wismut Aue” spielend, den Sprung in „DDR-Nationalmannschaft”.

Leider mußte die Mannschaft 1951 auch den Abstieg aus der Bezirksklasse hinnehmen. Nach dem Abstieg aus der Bezirksklasse spielte die Hertha von 1951 bis 1959 in der 1. Kreisklasse und gehörte fast immer zur Spitzengruppe. Nach langem und zähem Ringen mit der Stadt Bonn, wurde 1955 unsere heutige Sportanlage der F.A.Schmidt-Platz feierlich seiner Bestimmung übergeben. Einen entscheidenden Anteil an der Entstehung der Anlage hatte Johann Bors der unter anderem ein Darlehen von 40000,- DM erwirkte.

Ein schöner Erfolg gelang 1958 der Jugendabteilung, die D-Jugend wurde unter ihrem Trainer Willi Klein, Kreismeister und Kreispokalsieger. Auch die anderen Jugendmannschaften erzielten, dank ihrer Betreuer Paul Biniasch, Hubert Bors, Hans Dembour, schöne sportliche Erfolge. 1959 der bisherige Tiefpunkt, die Mannschaft musste den Abstieg in die 2. Kreisklasse antreten.

Die 60iger und 70iger Jahre