Bereits im Jahre 1912 rollte in Dottendorf das runde Leder. Unter dem Namen „Spiel und Sportverein Dottendorf” spielte man auf dem Gelände der Dottendorfer Allee und später auf dem Gelände des heutigen Südfriedhofs Fußball, ohne dabei dem Westdeutschen Spielverband angeschlossen zu sein. Trotz Ausbruch des 1. Weltkrieges ging der Spielbetrieb weiter, indem man sich mit den „Preußen” aus Friesdorf zu einer Notspielgemeinschaft zusammenschloß.

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges beschlossen 30 ehemalige Mitglieder des „TuS Dottendorf 1912″ den aufgelösten Verein wieder ins Leben zu rufen. Man traf sich in der Gaststätte Peter Käufer und wählte noch an diesem Abend Josef Holzenheuer zum 1. Vorsitzenden, Paul Albers zum 2. Vorsitzenden, Johann Krämer zum Kassierer und Peter Krämer zum Spielobmann. Auf Vorschlag von Peter Krämer entschloß man sich, den neu gegründeten Verein „Hertha Bonn” zu nennen. In Eigenhilfe wurde eine freie Waldfläche auf dem Venusberg, im Bereich wo sich heute der Eingang zu den Universitäts-Kliniken befindet, als Sportplatz hergerichtet. Um von Dottendorf aus den Sportplatz zu erreichen, mußte ein halsbrecherischer Pfad nahe der späteren Schnelltreppe erklommen werden. Die ersten Trikots bestanden aus, von Robert Schrepping auf unbekannte Weise organisierten Unterhemden englischer Besatzungssoldaten.. Zur Einweihungsfeier trat die Mannschaft in einer schmucken Sportbekleidung an. In Heimarbeit sorgte Barbara Beth mit Schere, Nadel, Faden und viel Fleiß dafür, daß die beim Einweihungsspiel anwesenden Besatzungssoldaten ihre Unterhemden nicht mehr als solche wiedererkannten. Zwei Jahre spielte man mit einer Mannschaft, zusammen mit Rhenania Bonn, Bonner Spielverein, Viktoria Endenich, Plittersdorf, Duisdorf sowie Alemannia Bonn, in der C-Klasse des Bonn-Sieg-Kreis. Im Jahre 1920 wurde der Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Im gleichen Jahr übernahm Andreas Mengden das Ruder im Verein. Er sorgte mit dafür, daß auf dem von der Firma Rieck freundlicher Weise zu Verfügung gestellten Ziegelfeld an der Friesdorfer Straße mit vereinten Kräften ein neuer Sportplatz entstand. Somit hatten die „Bergtouren” für Spieler und Zuschauer ein Ende. Im Jahre 1922 konnten erstmals Spiele auf dem neuen Platz, in heimischer Umgebung, ausgetragen werden. Die zentrale Lage des Sportplatzes trug wesentlich zum Aufschwung im Verein und den Zuschauerzahlen bei.

Die Mannschaft des Jahres 1922: Heinz Küngen, Johann Mertens, Johann Sedler, Johann Krämer, Josef Weinreis, Josef Bung, Robert Schrepping, Heinrich Laupsin, Hubert Wiesel, Matthias Dederichs, Jacob Schellhas. Im Jahre 1925 waren es Johann Bors und Johann Strupp, die die Gründung und den Aufbau einer Jugendabteilung bewerkstelligten und so der sportbegeisterten Dottendorfer Jugend eine sportliche Heimat gaben. Bis 1929 spielte man in der B-Klasse, wobei die Mannschaft, dank der geleisteten Jugendarbeit, fast ausnahmslos auf seinen eigenen Nachwuchs stützen konnte. Zwischenzeitlich wurde das Gründungslokal Peter Käufer, bedingt durch den stetigen Mitgliederzuwachs, zu klein. Man beschloß in den größeren Saalbau Heinrich Schmitz zu wechseln. Bedauerlicherweise mußte der Platz an der Friesdorfer Straße aufgegeben werden, da der Eigentümer das Grundstück verkaufen mußte. Es war der neue Vereinswirt Heinrich Schmitz, der im Wiesengrund ein Stück Land zur Verfügung stellte und somit dem Verein zur Freude aller Aktiven und Mitgliedern ein neues sportliches Zuhause gab. In mühevoller Freizeitarbeit wurde von den Mitgliedern, mit Hacke und Schaufel, ein neuer Sportplatz geschaffen. Mit dem Einsatz von 4000 RM für den Kauf von Holz und der Hilfe Dottendorfer Schreinermeister schaffte man sogar eine Umzäunung. Zur Freude aller erreichte die Mannschaft, trotz fast täglichem Einsatz auf der Sportplatzbaustelle, im Jahre 1929 den Aufstieg in die A-Klasse. 1932 war es dann soweit, der neue Sportplatz im Wiesengrund wurde mit einem wahren Volksfest eingeweiht. Höhepunkt war neben dem Sieg der Mannschaft im Eröffnungsspiel mit 2:1 über die Bezirksklassenmannschaft des SV Wesseling, Matthias Stuch, ehemaliger Wehrmachtsflieger, der per Flugzeug im Sturzflug den Ball zum Anstoß aus dem Cockpit in den Mittelkreis warf. Fortan wurde der Platz im Wiesengrund, auf dem so manche unvergessene „Fußballschlacht” ausgetragen wurde. zum Dreh- und Angelpunkt der Dottendorfer Fußballfreunde. Bedingt durch die politische Auflösung der DJK Dottendorf, wurden im beiderseitigem Einvernehmen diese Mitglieder in der Hertha aufgenommen. Man wählte folgenden Vorstand: Vorsitzender Josef Schmitz, Geschäftsführer Josef Herkenrath, und Johann Krämer und Christian Schütte als Kassierer. Sportlich tat sich nun einiges. Durch das reichlich vorhandene Spielermaterial konnte man zwei schlagkräftige Mannschaften bilden. Als Trainer wurde der ehemalige Mittelstürmer von FC Schalke 04, Ernst Pörtgen, verpflichtet. Die 1. Mannschaft war immer in der Tabellenspitze zu finden und man stellte zu dieser Zeit mehrere Spieler in der Kreisauswahl. 1937 wurde das große Ziel des Vereins der Aufstieg in die Bezirksklasse erreicht. In einem begeisternden Spiel bezwangen die Herthaner den Kreismeister aus Euskirchen, den TuS Zülpich mit 2:1 Toren. Dieses Ereignis wurde in Dottendorf gebührend gefeiert. In den Straßen wehten Fahnen in den Vereinsfarben gelb und weiß und nicht nur die Gaststätten sollen „randvoll” gewesen sein. Die Aufstiegsmannschaft des Jahres 1937: Theo Becker, Klaus Lemmerz, Franz Steinhauer, Caspar Schwalb, Theo Sauer, Peter Vianden, Fritz Hahn, Josef Laupsin, Ferdinand Kremer, Hermann Schüller, Peter Schmitz. Ersatzspieler: Hans Meissner, Josef Mertens, Trainer: Ernst Pörtgen. Bis 1939 war FC Hertha der tonangebende Verein im Bonner-Süden. Die Mannschaft war immer in der Spitzengruppe zu finden. Auch bei Auswärtsspielen waren die Herthaner und ihr Anhang, wegen ihrer Kameradschaft und Geselligkeit, gern gesehene Gäste. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs setzte einen vorläufigen Schlußpunkt unter die bisherige Vereinsgeschichte.

Der Wiederaufbau (1945-1960)