F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. und der lange K(r)ampf um den F.-A.-Schmidt-Platz

Zur Übergabe von weit über 1000 Unterschriften, die von der Bürger-Initiative „Sportplatzfreunde Dottendorf“ zum Erhalt des F.-A.-Schmidt-Platzes gesammelt wurden, an den OB der Stadt Bonn, gibt der F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. folgende Erklärung in Form eines Rückblicks ab:

2007
Dezember

Mitgliederzahl: 50

Dottendorfer Eltern bitten den Verein, die Jugendabteilung wieder aufzubauen, da in den umliegenden Vereinen die Kapazitäten ausgeschöpft sind

2008
Februar

Vorstand wird ins Sportamt einbestellt!

Herr Hartmann: Platz wird verkauft, evtl. Wohnbebauung, Hertha Bonn müsste dann im Wasserland oder in Friesdorf spielen. F.-A.-Schmidt-Platz wird mit fadenscheiniger Begründung aus der Prioritätenliste gestrichen.[1]

2008
März

Verein informiert Ortspolitiker der CDU (Kläser, Hospes) und der SPD (Borjans, Schmidt) über die drohende Platzschließung.

2008
April

Sportausschuss und Rat ändern den Verwaltungsvorschlag, F.-A.-Schmidt-Platz auf Platz 5 der Prioritätenliste. Zitat: „Grundsätzlich sind die in der Stadt Bonn vorhandenen Sportplätze durchgehend ausgelastet,teilweise sogar überlastet, so dass eine Aufgabe von Plätzen nur dann zu vertreten ist, wenn geeignete Ersatzstandorte geschaffen werden.“ [1] Damit ist die Schließung vorerst vom Tisch.

2008
April

Sportamt sperrt Platz! Begründung: Großflächige Absenkungen. Kurze Zeit später wird der Platz wieder freigegeben.

2008
April

Der Verein ruft Jugendabteilung wieder ins Leben. Großer Andrang beim Schnuppertraining!

2008
Juni

F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. feiert 90sten Gründungstag!

Mitgliederzahl: 70

2009
Frühjahr

Den Bonner Vereinen wird die neue Systematik zur Erstellung einer Prioritätenliste

zur Sanierung der Bonner Sportplätze“ von Prof. Dr. Lutz Thieme in Zusammenarbeit mit dem Sportamt vorgestellt (Rathaus Beuel). Der Verein ist sich sicher, dass unter Anlegung der vorgestellten Kriterien der F.-A.-Schmidt-Platz in der Liste weit oben sein wird.

2009
September

Hertha-Platz auf Platz 2 der Prioritätenliste! Aber: Verwaltungsbeschlussvorlage Schließung des F.A.-Schmidt-Platzes. Das soll noch in der ablaufenden Ratsperiode durchgepeitscht werden.

2009
September

Wiederum werden die Politiker über die drohende Schließung informiert. Der Verein lädt Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung und Politik zu einem Informationsabend am Platz ein, ca. 200 Bürgerinnen und Bürger sind dabei. Von den eingeladenen Politikern und Verwaltungsvertretern erscheint nur Frau Schmidt (SPD). Erklärung Sportamt (Hr. Schirmer) im Vorfeld: … dass eine ersatzlose Aufgabe des Platzes nicht vorgesehen sei; vielmehr werde das Sport- und Bäderamt ein Konzept zur Verlagerung des Spiel- und Trainingsbetriebes erstellen und dies selbstverständlich auch mit dem betroffenen Verein abstimmen.[2]

Von der erschienen Presse berichtet nur der Express über die Veranstaltung!

GA: „Und als Ersatz für die geplante Schließung des Dottendorfer F.-A.-Schmidt- Platzes wird eine “ortsnahe Neuanlage” geplant.“ [3]

2009
September

Nach Sportausschusssitzung und Ratssitzung meldet der GA: „Beschlossen wurde auch, dass die Verwaltung prüfen soll, wie der weitere Betrieb des F.-A.-Schmidt-Platzes in Dottendorf und des Platzes Vogelsang ermöglicht werden kann. Verwaltung und Sportausschuss hatten beide Anlagen schließen wollen. [4] Damit scheint die drohende Schließung wiederum vom Tisch.

2009 November

Mitgliederzahl: 100

2010
April

26.04.. Sportamt sperrt aufgrund eines Gutachtens den F.-A.-Schmidt-Platz. Gutachten wird Verein nicht zur Verfügung gestellt. Verein drängt auf einen schnellen Gesprächstermin, der wird jedoch erst am 25.05. gewährt.

2010
Mai

25.05. Ergebnis Termin Sportamt: Sportamt hat kein Konzept, will Verein auf den Heiderhof umsiedeln. Das lehnt der Vorstand kategorisch ab, da der Verein seine Heimat in Dottendorf und Umgebung hat. Sportamt weist auf die nächsten Entscheidungen im Herbst hin.

2010
August

Der Verein muss seine Trainingsaktivitäten durch die Platzsperre um 50% einschränken und teilweise zum Training auf andere Anlagen ausweichen, während z.B. DJK BW Friesdorf den Platz weiter nutzen kann. Der Verein erreicht durch eigene Recherchearbeit, die Spiele des Vereins in den Spielplan der Fortuna im Wasserland einzubauen.

Mitglieder verlassen den Verein, da sie ohne Platz keine Zukunftsperspektive für den Verein sehen! Trotz Neueintritten muss später die zweite Mannschaft abgemeldet werden!

2010
September

Vereinsleben nun nur noch eingeschränkt möglich. Politiker aller Parteien werden informiert und um Lösungen gebeten. Weitere Gespräche mit Sportamt verlaufen ergebnislos. Kein schlüssiges Konzept wird vorgestellt, wie die Stadt mit dem Problem umgehen will.

2010
Dezember

Vereins-Brief an Verwaltung, Politik und Medien. Es wird nochmals auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen, ein Bürgerantrag wird angekündigt!

 2011
Januar

Neuaufbau und Nachmeldung einer A-Junioren-Mannschaft. Außerdem schließen sich weitere Spieler dem Verein an. Die zweite Mannschaft wird erneut in den Spielbetrieb gebracht.

2011
Januar

13.01. F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. stellt Bürgerantrag bei der Stadt. Ziel: 1. Prüfung einer ortsnahen Neuanlage. 2. Aufzeigen von Zukunftsperspektiven für ortsnahe Trainungs- und Spielmöglichkeiten [5]

31.01. SC Fortuna Bonn stellt ebenfalls Bürgerantrag: F.-A.-Schmidt-Platz schließen, Bau eines Ersatzplatzes im Wasserland.

2011
Februar/März

Radio (Radio Bonn/Rhein-Sieg) und Fernsehen (WDR Bonn) berichten über das Platzproblem.

2011
März

Stellungnahme der Stadt Bonn wartet mit Unwahrheiten auf: Der Trainings- und Spielbetrieb des F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. ist überwiegend in die Sportanlage Wasserland ausgelagert.“ [6] Mit dieser Aussage wird das sicherlich von der Politik anders bewertet werden. Der Verein informiert direkt Verwaltung und Politik.

2011
März

15.03. Stellungnahme der Verwaltung: „Aus Sicht der Verwaltung ist eine Wiederherstellung des Platzes auch in Verbindung mit einem Neubau nicht angezeigt. Der Spiel- und Trainingsbetrieb des F.-A.-Schmidt-Platzes muss daher auf umliegende Plätze verteilt werden. Dies bedeutet den teilweisen Entzug von Platzbelegungen für die dort spielenden Vereine.“ [7]

2011
März

Sitzung BV Bonn (22.03.) und Sportausschuss(24.03):Der Verein wird zum Spielball politischer Grabenkämpfe. Fortuna-Bürgerantrag wird abgelehnt, Hertha-Bürgerantrag befürwortet. Danach passiert, wieder, nichts.

2011
April

Der Vereinsvorstand sieht den Verein in seiner Vereinsgrundlage und damit seiner Existenz bedroht. Deshalb spielt der Verein seinen letzten Trumpf. Der Verein schlägt der Stadt in einem Brief (14.04.) vor, die Sanierungskosten selbst aufzubringen. Kostenvoranschläge für Regeneration und Komplettsanierung hat der Verein bereits eingeholt. Spendenzusagen liegen vor. Möglichkeiten der Errichtung einer Stiftung als Betreiber der Platzanlage werden aufgezeigt. Um einen zeitnahen Gesprächstermin wurde gebeten. Bis auf eine Eingangsbestätigung (11.05.) hat der Verein bis heute keine schriftliche Stellungnahme bzw. Gesprächstermin erhalten.

2011
Juni

Mitgliederzahl: 130

[1] http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/07/0710330NV10.htm

[2] Email Sportamt (Herr Schirmer) an den Verein vom 14.09.2009

[3] http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=spor&itemid=10067&detailid=640491

[4] http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=spor&itemid=10067&detailid=643582

[5] http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/11/1110173.htm
[6] http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/11/1110173ST4.htm
[7] http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/11/1110852.htm

 

Fazit:

Der Verein hat in den abgelaufenen drei Jahren alles in seiner Macht stehende getan, um konstruktiv zu einer Lösung des Problems F.-A.-Schmidt-Platz beizutragen. Der Verein hat immer wieder Politik und Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger und Medien informiert und auf die problematische Lage hingewiesen.

Die Stadtverwaltung schafft es in drei Jahren nicht, alle betroffenen Vereine an einen Tisch zu holen und gemeinsam konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten. Stattdessen wird durch verfehlte Informationspolitik und Veröffentlichungen das Klima zwischen den Vereinen vergiftet und diese gegeneinander ausgespielt.

Auch die politischen Entscheidungsträger haben kein gemeinsames Konzept erarbeiten können.

Im Sommer beginnt die neue Spielzeit und der Verein hat immer noch keine Informationen, wie die Stadtverwaltung den Trainings- und Spielbetrieb sicherstellen will.

Der F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. begrüßt das Engagement der Bürger-Initiative „Sportplatzfreunde Dottendorf“ außerordentlich. Nun sehen hoffentlich Politik und Verwaltung, dass nicht nur der Verein F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. die ersatzlose Schließung des Platzes ablehnt, sondern weit mehr als 1000 besorgte Bürgerinnen und Bürger ebenfalls.

Der F.C. Hertha Bonn 1918 e.V. ist vom Umgang seitens der Stadt und der Politik mit der Thematik zutiefst enttäuscht. Trotz vollmundiger Ankündigungen existiert kein Konzept. Viele Mitglieder sind desillusioniert und haben die Unterstützung durch Politik und Verwaltung längst abgeschrieben. Dennoch hat der Verein trotz aller Hindernisse in den letzten Jahren seine Mitgliederzahl weit mehr als verdoppelt. Davon ist knapp die Hälfte unter 21 Jahre alt!

Es ist bitter und auch ohne Beispiel, wenn ein Verein so um seine Existenz gebracht wird. Unser Kampf um den F.-A.-Schmidt-Platz wird deshalb jedoch nicht aufgegeben!

Seit August 2011 steht der Verein in Vertragsverhandlungen mit der Stadt Bonn über eine Pacht der Platzanlage.

Vorstand

F.C. Hertha Bonn 1918 e.V.